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17.03.2011

Kuh, siehst du gut?

Zu lernen, nicht nur durch trockene Theorie, nicht nur durch Erklärungen des Lehrers, sondern zu lernen indem selbst experimentiert wird, indem alle Sinne eingesetzt werden, das erlebte am 17. März die 5. Schulstufe.

Ausgerüstet mit Skalpell, Handschuhen, Schere und einer Schürze sezierten die 4 Mädchen und 4 Buben der Frischlingsklasse ein Kuhauge. Dass ein gutes Fingerspitzengefühl notwendig war, erfuhren die Debütanten schnell, denn mit plumper Hand wäre das Auge im Nu zerdrückt geworden. Alle aber bewährten sich bravurös und ein, zwei Talente konnten auch erspäht werden - nicht für den Beruf des Fleischhauers, sondern für das Chirurgenhafte, das feinstes Geschick erfordert. Dem einen oder anderen hatte es anfänglich etwas gegraust, stechender Geruch stieg, wenn nicht durch Schnupfen gesegnet, in die Nase, gegen zähe Fettschichten kämpften sie heroisch an, bis all die Mutigen schließlich den Lehrer auf dem Kopf stehend sahen, als sie durch die kernige Linse des Kuhauges blickten. Welche Wirkung Pioniere haben können, zeigte sich, als eine Schülerin sich entschloss, das Auge mit bloßer Hand, ohne Handschuhe, weiter zu sezieren, da hernach die Hälfte der Klasse in verblüffender Neugier mit nackter Haut zart Fleisch und klebrig Fett erfühlten. Vermutlich gehen jetzt die Wege der Schüler auseinander, die einen werden mehr, noch mehr über die Anatomie der Lebewesen durch experimentelles Erfassen erfahren wollen, manch anderen wird diese Sektion ob des innewohnenden Ekels vorerst einmal reichen. Fest steht aber allemal: jeder hat mehr über die schöpferische Kunst Gottes erfahren, für jeden war es ein Erlebnis, das dem Alltag trotzte.

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