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18.11.2019

Stalin, Hitler und andere Vorschläge

Wie Katastrophen doch noch zu Ehren kommen!

"Nach dem Krieg waren alle Schäferhunde doch nur Bernhardiner." Dieses Zitat stammt aus Caroline Links Film "Nirgendwo in Afrika" und soll daran erinnern,
dass menschliches Erinnern oft nicht einmal EINE Generation überdauert. Obwohl Jettl im Film selbst unter den Repressalien des Nazi-Regimes zu leiden hatte,
bleiben ihr nach Flucht und "sanfter" Internierung durch die Alliierten in Afrika doch nur die schönen Erinnerungen an ihre deutsche Heimat. Auch die
Tatsache, dass sie ihre eigene Familie und die Familie ihres Mannes im KZ verloren hat, lassen die Umstände zwar "furchtbar", aber doch noch "überschaubar"
erscheinen. Nicht "selbst erlebt", scheint wohl für viele noch als für nicht "selbst gelebt" zu stehen.

Umso wichtiger ist es da, im Rahmen des Unterrichts Geschichte, Sozialkunde und Politische Bildung nicht nur auf wichtige Fakten in Bezug auf die
Vergangenheit hinzuweisen, sondern auch Bezüge zu heute herzustellen und Irrwege von gestern als solche deutlich zu entlarven. Herrscher und Machthaber
haben in der Vergangenheit oft sehr erfolgreich dafür gesorgt, dass ihrer "großen" Taten in der Zukunft gedacht werden soll. Sie haben sich allzu oft
Denkmäler verschiedenster Art setzen können und Handlungen gesetzt, auf die spätere Generationen sogar mit so etwas wie Bewunderung zurückschauen, da sie
ihresgleichen heutzutage vermissen. Die verhältnismäßige Mittelmäßigkeit und doch fortgeschrittene Teilnahmslosigkeit unserer Tage lassen sogar Tyrannen
vergangener Tage als "entschlossen", "durchgreifend" und "Menschen der Tat" erscheinen, obgleich gar nicht viel danach gefragt wird, WAS sie eigentlich
getan haben. Stalin, Hitler & Co. erscheinen dann oft als "action heroes" auf T-Shirts, Baseball-Kappen, Postern und sogar auf Computer-Desktop-Hintergründen,
wohl auch nur um zu schockieren und eine alte jugendliche Haltung des "Ich-bin-dagegen" zu befüttern.

An unserer Schule wollen wir nicht nur einen sorgsameren Umgang mit Vorbildern pflegen, sondern auch darauf hinweisen, wie schnell und einfach man zu einem
Sprachrohr für ungewollte Ideen und Haltungen gemacht werden kann. Es ist wichtig, dass unsere Kinder und Jugendlichen nicht Opfer eines unreflektierten
Zeitgeists oder unkontrollierter Meinungsbildung werden. Dabei spielt nicht nur der Unterricht, sondern auch die häusliche Unterweisung und das
Engagement der Eltern eine wichtige Rolle. Zusammen soll es unseren Kindern ermöglichen, reife und vor allem selbst motivierte Hnadlungen zu setzen, die
dann hoffentlich einen ECHTEN und WERTVOLLEN Beitrag für die Geschichte dieser Welt und darüber hinaus darstellen.

Autor: bo